BEGLARES II
Schutz und Instandsetzung von denkmalgeschützten Betonverglasungen mit kathodischen Korrosionsschutzsystemen


Projektlaufzeit   01.03.2013 – 31.10.2015
Projektform   ZIM, Kooperationprojekt (KF)
Projektbeteiligte   BAM Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung
Abteilung Bauwerkssicherheit
Fachgruppe 7.4 „Baustofftechnologie“
Unter den Eichen 87
12205 Berlin
   
Glasmalerei Peter s GmbH
Am Hilligenbusch 25
33098 Paderborn

Kurzfassung
Betonglasfenster sind kunsthistorisch bedeutsame Kulturgüter unsere Gesellschaft. Beginnend in den ausgehenden 1950er Jahren ist ein umfangreicher Bestand an sogenannten Betondickglasfenstern in Deutschland, aber auch im europäischen Ausland und den USA entstanden. Die Verglasungen sind meist integraler Bestandteil des architektonischen Gesamtkonzeptes des Gebäudes. Es gilt diese Verglasungen dauerhaft zu erhalten und vor fortschreitenden Schäden zu schützen.

In dem von der Aif geförderten Forschungsvorhaben (KF2201003KI9) BEGLARES I wurde ein spezieller Restaurierungsmörtel zur Instandsetzung zum Teil erheblich zerstörter Betonglasfelder entwickelt. Im Zuge der Begutachtung zahlreicher Objekte für diese Forschung wurde festgestellt, dass die Hauptursache für die Zerstörung derartiger Fenster in der karbonatisierungsinduzierten Bewehrungskorrosion vorliegt. Schadbilder können von minimaler Rissbildung bis zur völligen Zerstörung einzelner Felder reichen.

Gründe für das Einsetzen dieser Korrosion finden sich im konstruktiven Aufbau der Fenster sowie der qualitativ minderwertigen Materialauswahl und Ausführungsmängel.

Die intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema machte deutlich, dass ein kathodischer Korrosionsschutz (KKS) zur Konservierung der Betondickglasfenster in den meisten Fällen effektiv ist. Der KKS wird bereits erfolgreich in zahlreichen Stahlbetonbauten eingesetzt, um innenliegende Bewehrungen vor Stahlkorrosion zu schützen. Aus diesem Anlass entstand das darauf folgende Forschungsprojekt BEGLARES II.

Aufgrund der filigranen Betonglasfensterkonstruktionen können bestehende KKS-Systeme nicht ohne weiteres angewandt werden. Rekarbonatisierungen oder umfangreiche klassische Sanierungsverfahren, wie sie in der Stahlbetonsanierung angewendet werden, sind für den Sonderfall der Betondickglasfenster nicht oder nur eingeschränkt anwendbar. Häufig stellen sich Probleme bezüglich konservatorischer Ansprüche an den historischen Bestand, finanzieller, räumlicher und logistischer Art.

Zielsetzung
Ziel des aktuellen Forschungsprojektes BEGLARES II ist es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem Schäden in situ restauriert und vor allem der Schadensfortschritt infolge von Bewehrungskorrosion gestoppt bzw. stark verzögert werden können. Da der Ausbau der Betonglasfenster oft mit hohen Risiken bezüglich der Bestandserhaltung einhergeht, sollen KKS in Form von optisch anpassungsfähigen Beschichtungen oder Oberflächenverputzen als Fremdstromanoden entwickelt werden, welche an Ort und Stelle appliziert und installiert werden können, um minimalinvasive Eingriffe an der Bausubstanz gewährleisten zu können. Daneben steht der größtmögliche Erhalt der Originalsubstanz unter Einsatz möglichst geringer finanzieller Mittel der Gemeinden im Mittelpunkt.

Im Rahmen des FuE-Projekts sollen in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) KKS-Systeme untersucht und auf die Bedürfnisse der Betonglasfenstersanierung angepasst werden. Es sollen Mindestanforderungen und Randparameter festgelegt werden, welche dem ausführenden Restaurator durch individuelle Anpassung an die jeweilige Betonglaskonstruktion eine allgemeingültige Vorgehensweise ermöglichen.


Paderborn, den 01.12.2014


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