Sind größere Teile einer Glasmalerei verloren, so dass die Fehlstelle im Eindruck überwiegt und das Kunstwerk als Fragment wahrgenommen wird, stellt sich häufig die Frage nach der Rekonstruktion.

Wie in allen Gattungen der Restaurierung, ist die Rekonstruktion ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden, da eine Vielzahl an Möglichkeiten besteht. Rekonstruiert man oder lässt man das Fragment wirken?

Lässt man das Fragment wirken, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den Freiflächen, da in der Glasmalerei klare, leere Flächen stets bemalte, farbige Flächen überstrahlen und größer und gewichtiger wirken. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Neutralretusche von Freiflächen, bspw. Punktraster, von Überzüge, Spezialgläser, etc.. Den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt und alles steht stets in Abhängigkeit zum Objekt, der Örtlichkeit und der Bestimmung des Fensters.

Ist eine Rekonstruktion fehlender Bereiche gewünscht, stellt sich im Anschluss die Frage nach Quellmaterial als Anhaltspunkt, was sich ursprünglich in diesem Fenster befand. Liegt entsprechendes Material vor, kann man hier wie auch bei der Ergänzung von Fehlstellen arbeiten: Das Fehlende wird passend beigearbeitet und ist dennoch vom Original trenn- und unterscheidbar. In wie weit sich Original und Rekonstruktion voneinander abheben ist ein weiteres Kapitel.

Rekonstruktionen fordern stets die höchste Aufmerksamkeit in der Lösungsfindung. Gern sind wir bereit uns mit Ihnen auf den Weg nach einem adäquaten Umgang mit ihrer Rekonstruktion zu machen. Entlang moderner ethischer Grundlagen der Restaurierung und mit einem breiten Spektrum an Techniken, Ansätzen und Mustern erarbeiten wir individuelle Vorschläge.


Beispiele für Rekonstruktionen:


   
Grassi-Museum Leipzig   "Meisterhäuser" Dessau   Berliner Dom

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