TECHNIKEN

Die Aufgabe der Glasmalerei als Werkstatt ist zweifellos die Pflege der alten Herstellungs- und Ausführungstraditionen. Gleichzeitig sind wir überrascht, dass in einem so traditionellen Metier wie der Glasmalerei in den vergangenen Jahren eine Reihe von sehr innovativen Techniken Einzug gehalten hat, die auch ganz neue und weiterführende Möglichkeiten erschließen. Für uns würden wir deshalb formulieren, dass auf der Pflege der Tradition und der traditionellen Techniken aufbauend, wir uns verpflichtet fühlen, gleichzeitig auch kreative technische Innovationen und neue Techniken als Repertoire zu entwickeln und bereitzustellen.

Um die verschiedenen Möglichkeiten der technischen Umsetzung einmal zu zeigen, haben wir ein Motiv in verschiedenen Techniken hergestellt, zum Teil auch Kombinationen aus mehreren Techniken.

  • BLEIVERGLASUNG

    BLEIVERGLASUNG

    Bei der Bleiverglasung werden einzelne Flachglas-Stücke durch H-förmige Bleiruten verbunden, die Schnittpunkte der Ruten mit Zinn verlötet und anschließend die Verglasung mit Leinölkitt verkittet. Die Gläser können noch zusätzlich mit Schwarzlot, Silbergelb und anderen Glasfarben bearbeitet werden, um feine Konturen, Schattierungen und farbige Partien zu erzielen.

  • AIRBRUSH

    AIRBRUSH

    Airbrush ist eine Maltechnik mit einer Spritzpistole, die an einen Kompressor angeschlossen wird. Mit Hilfe von Druckluft kann die Farbe fein auf das Objekt aufgesprüht werden. Diese Technik erlaubt es, feinste Farbverläufe zu erstellen, was zum Beispiel eine Grundvoraussetzung für die fotorealistische Malerei ist. Die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs Airbrush bedeutet Luftdruckpinsel oder Spritzpistole. Die Farben können hier in mehreren Durchgängen ohne Zwischenband aufgetragen werden.

  • MALEREI

    MALEREI

    In der Malerei werden Schwarzlot, Silbergelb und transparente, opale und opake Schmelzfarben aufgetragen. Die pulverförmigen Farben können dabei, je nach Verwendungszweck, mit verschiedenen Mal- und Bindemitteln auf Wasser- oder Ölbasis angemischt werden. Es gibt neben der traditionellen Handmalerei mit Pinseln und Vertreibern verschiedene andere Techniken des Farbauftrags wie z. B. Siebdruck, Airbrush oder Digitaldruck.

  • ÄTZEN

    ÄTZEN

    Beim Ätzen wird mit Hilfe von Flusssäure die obere Glasschicht aufgelöst. Dazu kann man die Bereiche, die nicht geätzt werden sollen, entweder mit Folien oder verschiedenen Lacken abdecken. Die Gläser werden dazu in die Ätzflüssigkeit gelegt und per Pinsel wird die obere Glasschicht langsam abgetragen. Diese Technik wird überwiegend bei mundgeblasenen Überfanggläsern eingesetzt, um ein zweifarbiges Motiv auf einem Glasstück zu erhalten.

  • SANDSTRAHLEN

    SANDSTRAHLEN

    Unter Sandstrahlen versteht man die Oberflächenbehandlung der Gläser durch Einwirkung von Sand als Schleifmittel. Mittels eines Kompressors wird ein starker Luftstrahl erzeugt, der das Strahlmittel aus einem Sammelbehälter mitnimmt und beschleunigt. Die Schleifmittel treffen dann zusammen mit dem Luftstrahl mit hoher Geschwindigkeit auf die zu behandelnde Oberfläche. Auf Grund der abrasiven Wirkung des Strahlmittels werden Bestandteile der Oberfläche abgelöst und fortgetragen. Das Glas erscheint anschließend matt.

    Sandstrahlen kann man, je nach Glasdicke, sowohl flächig als auch in Stufen. Dazu werden die Gläser mit Abdecklacken, Holzleim oder Folien abgedeckt – je nach Verwendungszweck. Die Motive für die Abdeckfolien können als Vektorgrafiken auch per Plotter ausgestanzt werden.

  • SIEBDRUCK

    SIEBDRUCK

    Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Farbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Glas gedrückt wird. An den Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Spezialbeschichtung farbundurchlässig gemacht.

    Das Druckformat reicht – je nach Anwendung – von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern. Ein Vorteil des Siebdrucks ist, dass durch verschiedene Gewebefeinheiten der Farbauftrag variiert

    werden kann, so dass hohe Farbschichtdicken erreicht werden können. Es gibt sowohl den Flächen- als auch den Rastersiebdruck.

  • DIGITALDRUCK

    DIGITALDRUCK

    Digitaldruck bezeichnet eine Gruppe von Druckverfahren, bei denen das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird. Wir haben die Möglichkeit des Direktdrucks mit UV-beständiger Tinte auf Glas als auch mit keramischen Schmelzfarben, die dann, wie bei der Handmalerei oder dem Airbrushverfahren, im Ofen dauerhaft eingebrannt werden.

  • FUSING

    FUSING

    Beim Fusing (deutsch: Verschmelzung) werden verschiedene (weiße oder farbige, eventuell mit Glasschmelzfarbe bemalte) Glasstücke bei 780 – 900°C miteinander verschmolzen.

    Die Schmelztemperatur ist von der Zusammensetzung und der Dicke der Gläser abhängig. Temperaturbeständige Gegenstände, wie etwa Metalle, können mit eingeschmolzen werden.

    Fusing ist in seinen Grundlagen, nach bisherigem archäologischen Wissensstand, ein mindestens 2.200 Jahre altes Glasverarbeitungsverfahren. In den letzten Jahrzehnten wurde es zu einer der vielseitigsten und technisch anspruchsvollsten Glasverarbeitungstechniken weiterentwickelt.

    Heute werden folgende Grundvarianten des Fusing unterschieden:

    • Relief (engl. tack fuse)

    • Vollverschmelzung (engl. full fuse)

    • Glasfluss (franz. pâte de verre)

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